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Im Köllen’schen Keller fliegen die Sägespäne

Hubert Köllen (71) aus Lingen-Biene drechselt und schreinert seit 35 Jahren – am liebsten für Kinder mit Behinderungen

Von Carsten van Bevern
Lingen. „Sie müssen sich unbedingt den Keller von Herrn Köllen ansehen. Das ist wirklich beeindruckend.“ Wenn man diesen Tipp von Swenna Vennegerts, die sich u. a. in der Lingener Bürgerstiftung engagiert und dank ihrer Tätigkeit im Ludwig-Windthorst-Haus praktisch Nachbarin des rüstigen 71-jährigen Rentners ist, beherzigt, kann man wahrlich viel lernen. Vor allem über ehrenamtliches Engagement und selbstlose Hilfe, die ankommt.
Das geräumige Haus in der Osterkampstraße ist gepflegt und sauber. Massive Holzmöbel dominieren. Aber hinter der Kellertür beginnt eine ganz andere Welt – die Welt von Hubert Köllen. „Hier räumt meine Frau auch nicht auf. Das ist mein Reich“, schmunzelt Köllen beim Gang die Treppe hinunter. Staub, Sägespäne und viele Materialkisten empfangen den Besucher – sowie der Geruch von frischem Holz: Denn jeden Tag drechselt und schreinert der gelernte Landwirt, der zudem seit 1960 als Maschinenführer bei der Erdölraffinerie arbeitete, hier bis 17 Uhr und produziert Holzspielzeug.
„Holz ist schon immer mein Hobby gewesen“, erklärt Köllen, „besonders Buchen- und Eichenholz mag ich gerne verarbeiten.“ Geschreinert hat er seitdem Schränke, Holzkreuze, Ortseingangsschilder, eine Küche, Spielzeug – und vor allem sonderpädagogische Gegenstände für Kinder mit den verschiedensten Behinderungen. Hubert Köllen kann sich dabei sehr gut in die Welt der Kinder hineinversetzen: Er selbst hat einen behinderten Sohn, und eine seiner Töchter arbeitet als Lehrerin für Sonderpädagogik. „Von ihr kam auch die Anregung, für ihre bei Aurich gelegene Schule eine Motorikwand für die Kinder zu konstruieren.“ Auf einer solchen Wand befinden sich bis zu 100 verschiedene Gegenstände – vom Holzwürfel bis zur Drehscheibe, und von einer kleinen Wippe bis zum Spiegel oder einer Murmelsammlung findet sich hier alles. „Hauptsache, es bewegt sich oder macht Geräusche, und die Kinder können möglichst viele Gegenstände erfühlen. Das fördert den Geist und die Motorik“, berichtet Köllen von seinen Erfahrungen. Gerade blinde Kinder hätten einen außerordentlichen Tastsinn und könnten sich stundenlang mit einer solchen Wand beschäftigen.
Und diese positiven Erfahrungen sprechen sich rum: Allein im vergangenen Jahr hat Köllen derartige Gegenstände für 20 Einrichtungen in ganz Deutschland gefertigt. „Einige Teile gingen sogar nach Polen oder nach Russland“, berichtet er ein wenig stolz. Unterstützt wird er dabei von vielen Leuten. Ein Förster hilft bei der Holzbeschaffung, ein großes Lederwarengeschäft stiftet schon einmal Lederreste, und ein Freund hilft beim Bemalen einiger Gegenstände. „Und das Ganze geht sowieso nur, weil mich meine Familie dabei unterstützt“, dankte Köllen allen seinen Helfern.
Und jetzt freute sich auch der Sozialdienst katholischer Frauen und das Frauenschutzhaus in Lingen über Köllens Hilfsbereitschaft: Vertreter beider Einrichtungen durften sich die verschiedensten Spielzeuge bei ihm zu Hause aussuchen. Besonders die Kinder, die im Frauenschutzhaus wohnen, freuten sich über diese großzügige und langlebige Spende.
Nähere Infos gibt Hubert Köllen gerne unter der Telefonnummer 05907/615.


Große Freude herrschte bei der von der Lingener Bürgerstiftung initiierten Übergabe des Holzspielzeuges von Hubert Köllen für das Lingener Frauenschutzhaus (v.l.): Köllen, Monika Olthaus-Göbel (Leiterin des Schutzhauses), Helmut Bartsch (Bürgerstiftung), SkF-Geschäftsführerin Marita Theilen und die stellvertretende SkF-Vorsitzende Maria Hofschröer.




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