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Benefizlesung mit Michael Sänger

Von Katharina Tondera
Es gibt Opern, die abschrecken, weil sie einfach zu lang sind. Und wenn sich mehrere Opern zu einem sechzehnstündigen Gesamtwerk wie dem „Ring der Nibelungen“ von Richard Wagner zusammenfügen, dann ist die Überlegung berechtigt, ob man die Zeit dafür aufbringen kann.
Michael Sänger schaffte den „Ring“ in einer guten Stunde. Er ließ einfach das weg, was Zeit braucht: Die Musik. Für die Benefizveranstaltung der Lingener Bürgerstiftung hatte er seine szenische Lesung „Richard Wagner. Der Ring der Nibelungen – ohne Musik“ vor ausverkauftem Haus aufgeführt.
In Gestalt des Generalmusikdirektors der Wagner- Festspiele in Bayreuth gab Sänger einen Überblick über die Handlung der vier Opern des Rings, gespickt mit Anekdoten von berühmten Dirigenten und musikalischen Fakten und Zitaten aus Feuilletons. Dabei ging er liebevoll- spöttelnd mit der Welt um, die sich um die große Opernkunst gebildet hat. Alle bekamen ihr Fett weg: Dirigenten, Musikkritiker und Opernsänger, aber auch Wagner wurde nicht geschont. Besonders gut gelangen Sänger die Imitationen zahlreicher deutscher Dialekte. Eine Textstelle wie „Weia! Waga! Woge du Welle“ klang besonders komisch im Leipziger Dialekt, den Sänger dem dort geborenen Wagner zuschrieb.
Trotz fehlender Instrumente mussten die Zuschauer doch nicht gänzlich auf die musikalischen Höhepunkte verzichten. Sänger beschrieb die musikalische Untermalung mit Worten, dirigierte ein imaginäres Orchester, zählte den Zuschauern die Takte zum Text und hob die ihm musikalisch wichtigen Stellen hervor. Auch das tat er mit Augenzwinkern: „Es gab an dem Finale des Rheingoldes immer wieder Kritik: die Musik sei zu pompös, zu laut. Es sei nur Lärm und wenig Musik. Da ist was dran“. Allerdings räumte er dem Komponisten ein Schlupfloch ein. In einer für Blockflöte und Bass transkribierten Version eben dieser Stelle habe man gehört, „dass Wagners Musik so schlecht nicht ist“.
Sängers Lesung gab nebenbei einen Überblick über prominente Wagnerdirigenten der letzten Jahrzehnte und ihre jeweiligen Eigenheiten. Auch die Kritiker hatten es ihm angetan. Kommentare wie dieser zu heutigen Ring- Inszenierungen brachten seine Haltung dazu zum Ausdruck: „Die drei Rheintöchter sind selbstverständlich splitternackt, sehen gut aus, dafür können sie kaum richtig singen. Aber die Feuilletons sind begeistert.“
Sänger schuf durch die Einschübe und den Wechsel der Erzählstile eine dynamische Lesung, die wegen ihrer Inhaltsdichte aber auch Konzentration vom Zuschauer forderte. Wer die sechzehn Stunden für das Gesamtwerk Wagners nicht opfern kann oder will, fand hier eine humorvolle Alternative, um trotzdem „mitreden“ zu können.
Der Arbeitskreis Kultur der Bürgerstiftung schaffte mit der exzellenten Lesung und dem anschließenden mittelalterlich anmutenden, kunstvoll dekorierten und aufgebauten Büffet eine Verknüpfung von Kunst und Genuss, die eine Bereicherung der Lingener Kulturszene war. Die ehrenamtlich arbeitenden Organisatoren (Corinna Lindemann- Schnieders, Joachim Berke, Sudhir Garde, Christel Grunewaldt- Rohde, Andrea und Winfried Reiprich, Hilde Roosmann und Elisabeth Tondera), hatten für das Mahl ein beachtliche Auswahl an Köstlichkeiten zusammengetragen und damit einen gelungenen Ausklang des Abends geschaffen, der die Zuschauer noch lange nach Ende der Lesung im Professorenhaus verweilen ließ.
Der Erlös des Abends von rund 1000 Euro fließt zum Teil in das Stiftskapital, zum Teil in kulturelle Projekte in Lingen.


Mit seiner Interpretation des Wagnerschen „Rings der Nibelungen“ ohne Musik begeisterte Michael Sänger bei der Benefizveranstaltung der Lingener Bürgerstiftung die Zuschauer im ausverkauften „Professorenhaus“.



Das Publikum lauscht gebannt dem Vortrag von Michael Sänger.

Ein „mittelalterliches“ Buffet baute der Arbeitskreis Kultur im Atriums des „Professorenhauses“ auf.




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